Jetour-Erweiterung: Cherys neue australische Marke bestätigt

Chery Automobile erweitert seine Präsenz in Australien mit Jetour, seiner vierten Marke im Land neben Chery, Omoda Jaecoo und den kommenden Lepas. Aktuelle Stellenausschreibungen auf LinkedIn für Schlüsselpositionen in Sydney – darunter Produkt-, Netzwerk-, HR-, After-Sales- und Finanzführung – bestätigen die bevorstehende Einführung der Marke. Dies folgt den Einreichungen von IP Australia im November 2024 zum Schutz des Namens und Logos von Jetour und steht im Einklang mit früheren Berichten über ein australisches Debüt im Jahr 2025.

Strategische Diversifizierung bei Chery

Jetour wird als eigenständige Einheit innerhalb der australischen Niederlassungen von Chery etabliert. Im Gegensatz zu den gemeinsamen Ressourcen von Chery und Omoda Jaecoo wird Jetour unabhängig agieren, was eine bewusste Strategie zur Segmentierung der Marktpositionierung und zur Vermeidung von Markenüberschneidungen nahelegt. Das genaue Vertriebsmodell bleibt unklar, aber diese Trennung ist angesichts des Branchentrends zur Konsolidierung von Ressourcen unter verwandten Marken bemerkenswert.

Globale Reichweite und Markenvision

Jetour ist bereits in über 100 Märkten weltweit tätig, darunter Russland, Lateinamerika, Afrika und Südostasien. Im Jahr 2025 lieferte die Marke weltweit über 622.590 Fahrzeuge aus. Jetours erklärtes Ziel ist es, „die weltweit führende Hybrid-Offroad-Marke“ zu werden, ein Ziel, das sich in seiner schrittweisen Einführungsstrategie widerspiegelt.

  • Stufe 1.0: Crossover-SUVs
  • Stufe 2.0: Komfortable Geländefahrzeuge (T1, T2)
  • Stufe 3.0: Professionelle Geländefahrzeuge (G700, G900, F700)

Übergang zu robustem Design

Die Produktlinie von Jetour entwickelt sich von geschwungenen Crossover-SUVs zu gewagteren, kantigeren Designs mit erhöhter Geländetauglichkeit. Der T2 beispielsweise weist auffällige Ähnlichkeiten mit dem Land Rover Defender auf, insbesondere mit der verlängerten Version mit sieben Sitzen.

Das T2 bietet:
– 1,5-Liter- oder 2,0-Liter-Vierzylinder-Benzinmotoren mit Turbolader
– Ein turbogeladener 1,5-Liter-Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang (PHEV) mit 447 kW und 915 Nm
– Eine 43,24-kWh-LFP-Batterie mit 160 km elektrischer Reichweite (WLTC)

Der T1, ein etwas weicheres Gegenstück, verfügt über die gleiche Plattform und die gleichen Motoroptionen. Beide Modelle werden bereits als Rechtslenker für Märkte wie Südafrika hergestellt.

Flaggschiffmodell: Das G700

Der G700, Jetours größtes Fahrzeug, ging 2025 in Produktion und wird derzeit für Märkte mit Rechtslenkung entwickelt. Mit einer Länge von 5.198 mm übertrifft er sogar die Größe eines Toyota LandCruiser 300 Series und bietet sechs Sitzplätze in drei Reihen. Der G700 verfügt über eine neue Karosserie-auf-Rahmen-Architektur und einen leistungsstarken Plug-in-Hybrid-Antriebsstrang:

  • 2,0-Liter-Vierzylinder mit Turbolader und zwei Elektromotoren
  • Direktes Hybridgetriebe mit zwei Gängen
  • 34,13-kWh-LFP-Batterie (CATL) mit einer elektrischen Reichweite von 80–100 km
  • Kombinierte Systemleistung von 665 kW und 1135 Nm

Der G700 verfügt außerdem über erweiterte Funktionen wie Differenzialsperren vorne und hinten, Kriech- und Tankwendemodi, Luftfederung und ein 15,6-Zoll-Touchscreen-Infotainmentsystem. Ein verwandtes Modell, das F700, wurde bereits in Konzeptform vorgestellt.

Umfassendere Implikationen für Cherys Strategie

Der unabhängige Start von Jetour unterstreicht Cherys aggressive Expansionsstrategie in Australien. Die Übernahme von Soueast durch das Unternehmen im Jahr 2024 deutet darauf hin, dass eine weitere Markendiversifizierung in Sicht sein könnte, wobei Soueast auch den Markteintritt für Rechtslenker plant, eine Markteinführung in Australien ist jedoch noch nicht bestätigt.

Der Zustrom mehrerer Marken eines einzigen Herstellers ist kein Einzelfall, verdeutlicht jedoch die wachsende Wettbewerbslandschaft auf dem australischen Automobilmarkt. Dieser Trend zwingt Automobilhersteller dazu, die Markenidentität sorgfältig zu verwalten und eine Kannibalisierung innerhalb ihrer eigenen Portfolios zu vermeiden.