Warum die Nr. 2 von Smart zu ihren winzigen zweisitzigen Wurzeln zurückkehrt (und warum man sie in den USA nicht kaufen kann)

Smart verzichtet auf die digitale Werbefläche. Anstelle von Algorithmen-Feeds malt das Unternehmen seine Zukunft an die Wand.

Auftragskünstler in Shanghai, Buenos Aires und Melbourne haben gerade Wandgemälde veröffentlicht. Sie enthüllen das Styling für #2. Dieser winzige Zweisitzer markiert eine deutliche Rückkehr zu den Ursprüngen von Smart. Es ahmt die Proportionen des klassischen Smart ForTwo nach. Dieses Modell wurde 2019 in den USA abgeschafft.

Die vollständige Enthüllung erfolgt im Oktober auf dem Pariser Autosalon.

Hier ist der Haken. Das neue Modell wird in Amerika nicht verkauft.

Die Kunst der Enthüllung

Vergessen Sie Social-Media-Kampagnen. Diese Einführungsstrategie fühlt sich für ein EV-Unternehmen analog an. Smart nutzte lokale Künstler, um das Auto in städtische Umgebungen zu lackieren. Sie haben Städte ausgewählt, die für ein Kleinstauto tatsächlich Sinn machen.

Berlin, Paris, Hongkong. Diese Orte haben enge Gassen. Sie brauchen kleine Autos. Die Vereinigten Staaten fehlen in dieser Liste vollständig. Wir hatten seit 2009 kein neues Smart-Auto mehr. Die Marke hat hier vor fünf Jahren den Stecker gezogen. Die Nummer 2 wird diese Politik nicht ändern.

Smart behauptet, dass das elektrische Fließheck „Freude machen“ soll.

Der Fokus liegt weiterhin auf verspieltem, ultrakompaktem Design. Doch die Wandgemälde erzählen eine ernstere Geschichte als das Konzeptauto.

Designdetails: Real vs. Konzept

Anfang des Jahres stellte Smart das Konzeptfahrzeug #2 auf der Beijing Auto Show vor. Dieses Auto war auffällig. An den Seitenwänden befanden sich pixelige LED-Bildschirme, auf denen das Logo „#2“ abgebildet war. Es hatte Türgriffe aus Leder.

Die Wandgemälde entfernen das.

Das Produktionsdesign ist zurückhaltender. Es ist praktisch.

Die Frontpartie verfügt jetzt über eine schlanke, geschwungene Nase. Es gibt einen Kühlergrill in Wagenfarbe. Die Löcher darin sind dünn und horizontal. Die Scheinwerfer sind tropfenförmig. Sie verleihen dem Auto ein freundliches, fast dämliches Aussehen. Man könnte sagen, es hat Charakter. Oder man könnte sagen, es sieht aus wie ein Toaster mit Rädern.

Die auffälligen Seitenwände des Konzepts sind verschwunden. Das Serienauto setzt auf traditionelle Zuggriffe anstelle der Ledergriffe, die beim Showmodell zu sehen sind.

Stubby Silhouette und LED-Rücklichter

Die Rückansicht bestätigt den kompakten Charakter des Fahrzeugs.

Auf einem schlichten Fließheck sitzen wulstige runde Rücklichter. Auf dem Dach befindet sich ein kleiner Spoiler. Es ist minimal.

Die Räder erzählen eine andere Geschichte. Die Wandgemälde zeigen ein Vierspeichen-Design. Die Speichen sind silbern umrandet. Dieses Detail unterstreicht die gedrungene, unauffällige Haltung des Wagens.

Es handelt sich um eine Designsprache, die für das Fahren in der Stadt entwickelt wurde. Nicht für Autobahnfahrten geeignet.

Leistungsdaten: Schnellladung, kurze Reichweite

Wandbilder können keine Geschwindigkeit vermitteln. Aber die Spezifikationen sind klar genug.

Die Nr. 2 ist vollelektrisch.

Smart behauptet, dass es in weniger als 20 Minuten von 10 % auf 80 % aufgeladen werden kann. Das ist schnell für ein so kleines Fahrzeug. Die Reichweite beträgt etwa 186 Meilen. Diese Zahl scheint für einen Hauptpendler in der Stadt angemessen zu sein. Es ist nicht für Roadtrips gebaut. Es ist zum Parken gebaut.

Die Realität des US-Marktes

Warum also kein US-Start?

Smart verließ den amerikanischen Markt im Jahr 2019, als die Partnerschaft mit Daimler endete. Die Marke hat nicht zurückgeschaut. Die Nummer 2 steht für eine Rückkehr zur Form. Es bringt die zweisitzige Anordnung zurück. Es verkleinert den Fußabdruck.

Doch der amerikanische Automarkt hasst Kleinwagen. Gefragt sind SUVs und Trucks. Ohne aggressive Subventionen oder eine Änderung des Verbrauchergeschmacks hat ein winziges elektrisches Fließheck hier Schwierigkeiten, Fuß zu fassen.

Smart scheint dem zuzustimmen. Mit dieser Veröffentlichung zielen sie auf Europa, Asien und Lateinamerika ab.

Der Pariser Autosalon im Oktober wird den wahren Deal zeigen. Bis dahin dienen die Wandgemälde als einzige Vorschau.

Sie werden diese nicht im Verkehr von Los Angeles surren sehen. Oder der Stillstand in New York. Vielleicht entdecken Sie sie aber auch in Paris.

Das scheint fair genug zu sein.