Volkswagen geht bei seinem Elektro-SUV der nächsten Generation pragmatisch vor und entscheidet sich für eine Weiterentwicklung des bestehenden ID.4 statt für ein radikales Redesign. Das kommende Modell, das das bekannte Tiguan-Emblem tragen soll, signalisiert einen Wandel hin zur Verschmelzung von Elektrotechnologie mit der etablierten Identität der Marke. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Elektrofahrzeugpalette von VW für Mainstream-Käufer zugänglicher und erkennbarer zu machen und so die wahrgenommene Kluft zwischen traditionellen und elektrischen Modellen zu verringern.
Designverfeinerung, nicht Revolution
Der neue elektrische Tiguan wird nicht mit einer futuristischen Ästhetik für Aufsehen sorgen, aber er wird ein raffinierteres und konventionelleres SUV-Erscheinungsbild bieten. Unter Beibehaltung der Kernproportionen des ID.4 umfasst das Design schärfere Linien, rechteckige LED-Scheinwerfer, die durch eine Lichtleiste über die gesamte Breite verbunden sind, und einen minimalistischen, aufrechten Frontstoßfänger. Das Profil zeichnet sich durch eine geradere Schulterlinie, überarbeitete Fenstergrafiken und traditionelle Türgriffe aus – eine Abkehr vom bündigen Design des ID.4. Das Heck spiegelt die Front wider und verfügt über eine Rücklichtgruppe über die gesamte Breite und einen dezenten Dachspoiler.
Die Entscheidung, das Design bekannt zu halten, ist strategisch. Verbraucher zögern oft, wenn sie mit einer radikal neuen Ästhetik konfrontiert werden. Indem Volkswagen dem Elektrofahrzeug eine erkennbare Form verleiht, möchte er psychologische Hürden für die Einführung senken.
Innenraum: Die Rückkehr der physischen Kontrollen
Im Innenraum geht Volkswagen auf eine der häufigsten Beschwerden am ID.4 ein: seine frustrierenden haptischen Bedienelemente. Der Tiguan der nächsten Generation wird physische Tasten für Lenkradfunktionen, HVAC-Bedienelemente und einen speziellen Lautstärkeregler zurückbringen. Während ein großer Infotainment-Bildschirm erhalten bleibt, wird die Integration taktiler Bedienelemente die Benutzerfreundlichkeit verbessern und Fahrer ansprechen, die direktes Feedback bevorzugen.
In der Kabine werden außerdem verstärkt recycelte Materialien und Stoffoberflächen zum Einsatz kommen, was den Nachhaltigkeitstrends entspricht. Der Platz für die Passagiere bleibt großzügig, mit viel Beinfreiheit auf den Rücksitzen und einem ebenen Boden.
Unter der Haube: MEB+-Architektur und bekannte Antriebsstränge
Der Ausweis. Der Tiguan wird weiterhin die MEB-Architektur des Volkswagen-Konzerns nutzen, voraussichtlich in seiner aktualisierten MEB+-Form. Das Fahrwerkslayout bleibt weitgehend unverändert, mit MacPherson-Federbeinen vorne und einer Mehrlenker-Hinterradaufhängung. Fahrerassistenzsysteme werden neu kalibriert und Sicherheitsfunktionen verbessert.
Die Antriebsoptionen werden weitgehend der aktuellen Produktpalette entsprechen. Die Basismodelle werden eine Konfiguration mit einem einzigen Heckmotor und rund 282 PS (210 kW) bieten, während die Allradversionen mit zwei Motoren rund 335 PS (250 kW) leisten werden. Das 400-Volt-System wird LFP-Batterien mit einer Kapazität von 77 bis 86 kWh verwenden und eine WLTP-Reichweite von 311–342 Meilen (500–550 km) sowie verbesserte Gleichstrom-Schnellladefähigkeiten erreichen.
Zeitplan für Wettbewerb und Einführung
Der elektrische Tiguan wird in einen überfüllten Markt eintreten und mit etablierten Anbietern wie dem Tesla Model Y, dem Ford Mustang Mach-E, dem Hyundai Ioniq 5, dem Kia EV6, dem Skoda Enyaq, dem Zeekr 7X und dem Peugeot e-5008 konkurrieren. Volkswagen rechnet damit, das Modell im Jahr 2026 vorzustellen, der Verkauf beginnt im Jahr 2027.
Diese Strategie unterstreicht das Verständnis von Volkswagen, dass die Masseneinführung von Elektrofahrzeugen mehr als nur technische Innovation erfordert. Es erfordert Vertrautheit, Benutzerfreundlichkeit und einen nahtlosen Übergang für Verbraucher, die an traditionelle Fahrzeuge gewöhnt sind.
Der Ausweis. Der Tiguan stellt einen kalkulierten Schritt hin zur allgemeinen Akzeptanz von Elektrofahrzeugen dar, indem er radikale Veränderungen gegen schrittweise Verbesserungen und ein beruhigend vertrautes Design eintauscht.
