Ab Januar 2026 sind Elektrofahrzeuge (EVs) nicht mehr von der Londoner City-Maut befreit, was einen bedeutenden Wandel in der Verkehrspolitik der Stadt darstellt. Der von Bürgermeister Sadiq Khan angekündigte Schritt sieht vor, dass Fahrer von Elektrofahrzeugen für die Einfahrt in die Innenstadt von London 13,50 £ für Autos und 9 £ für Transporter zahlen müssen. Zuvor profitierten alle Elektrofahrzeuge, einschließlich Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzelle, von einer vollständigen Befreiung im Rahmen des „Cleaner Vehicle Discount“.
Begründung der Änderung
Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über zunehmende Staus in der Londoner Innenstadt. Beamte gehen davon aus, dass ohne die Gebühr bis 2026 täglich zusätzlich 2.200 Fahrzeuge in die Zone einfahren würden. Derzeit machen Elektrofahrzeuge 20 % aller Fahrzeuge aus, die in die Zone der City-Maut einfahren. Nach Angaben von Transport for London (TfL) kosteten Staus allein im letzten Jahr Londoner Unternehmen 3,85 Milliarden Pfund.
„Es ist für unsere Stadt und unsere Wirtschaft von entscheidender Bedeutung, London durch die Reduzierung von Staus in Bewegung zu halten“, erklärte Bürgermeister Khan. „Obwohl die City-Maut seit ihrer Einführung [im Jahr 2003] ein großer Erfolg war, müssen wir sicherstellen, dass sie ihren Zweck erfüllt.“
Finanzielle Auswirkungen und bestehende Rabatte
Parallel zur Einführung von Gebühren für Elektrofahrzeuge wird die Staugebühr für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (ICE) von 15 £ auf 18 £ erhöht. Bewohner der Zone erhalten jedoch weiterhin Ermäßigungen von bis zu 90 %. Neue Einwohner, die nach dem 1. März 2027 in die Zone ziehen, haben nur dann Anspruch auf die Ermäßigung, wenn sie ein Elektrofahrzeug fahren.
Reaktion und Kritik der Branche
Der Schritt wurde von führenden Vertretern der Automobilindustrie kritisiert, die argumentieren, dass er die Einführung von Elektrofahrzeugen zu einem Zeitpunkt abschrecke, in dem die Hersteller gesetzlich dazu verpflichtet seien, den Verkauf von Elektrofahrzeugen im Rahmen des Zero Emission Vehicle (ZEV)-Mandats zu steigern. AA-Präsident Edmund King bezeichnete die Entscheidung als „einen Rückschritt, der sich leider negativ auf die Luftqualität in London auswirken wird“. Er argumentierte, dass kontinuierliche Anreize erforderlich seien, um Autofahrer zum Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu ermutigen.
Weiterer Kontext: Britische Straßensteuerpläne
Diese Ankündigung folgt dem jüngsten Vorschlag der britischen Regierung für ein Straßenbesteuerungssystem, das pro Meile für Elektrofahrzeuge berechnet wird. Zusammengenommen signalisieren diese Maßnahmen eine umfassendere Abkehr von der Subventionierung von Elektrofahrzeugen hin zu straßennutzungsabhängigen Gebühren. Der Zeitpunkt wirft Fragen über das Engagement der Regierung auf, die Einführung von Elektrofahrzeugen zu fördern, insbesondere da die Hersteller mit ZEV-Vorschriften und steigenden Kosten zu kämpfen haben.
Die Änderungen der City-Maut sollen am 2. Januar 2026 in Kraft treten. Der Schritt unterstreicht Londons sich weiterentwickelnden Ansatz zur städtischen Mobilität, der Umweltziele mit wirtschaftlichen Realitäten in Einklang bringt. Die langfristigen Auswirkungen auf die Einführungsraten von Elektrofahrzeugen und das Gesamtstauniveau bleiben abzuwarten































































