Während sich die Automobilindustrie aggressiv der Elektrifizierung zuwendet, werden traditionelle Roadster mit Verbrennungsmotor immer seltener. Der BMW Z4 (E89) der zweiten Generation, der zwischen 2009 und 2016 produziert wurde, ist ein bemerkenswertes Beispiel dieser Ära. Während BMW bei seinen Cabriolets inzwischen wieder auf Softtop-Designs zurückgreift, bleibt der Mk2 Z4 eine überzeugende Option für Enthusiasten, die eine Mischung aus erstklassiger Eleganz und temperamentvollem Fahren suchen.
Die Z4-Philosophie: Cruiser vs. Sportwagen
BMW ist seit langem führend in der Herstellung von „Fahrerautos“, doch es gibt einen subtilen Unterschied in der Produktpalette. Während Modelle wie der M3 auf pure Leistung setzen, wurde der Z4 als Premium-Cruiser konzipiert.
Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem Z3, oder seinen aggressiveren Konkurrenten wie dem Porsche Boxster standen beim Z4 Mk2 Komfort und Benutzerfreundlichkeit im Vordergrund. Dies wurde durch sein charakteristisches Coupé-Cabriolet -Design erreicht – ein faltbares Metalldach, das eine bessere Isolierung und Sicherheit bietet als ein Stoffverdeck, allerdings auf Kosten eines erheblichen Gewichts und eines geringeren Kofferraumvolumens.
Modellentwicklung und Motoroptionen
Die Z4-Reihe erfuhr im Laufe ihres siebenjährigen Bestehens mehrere Änderungen:
- Die frühen Jahre (2009–2012): Die Baureihe wurde durch sanfte Sechszylindermotoren definiert, darunter der 2,5-Liter-sDrive23i, der 3,0-Liter-sDrive30i und der leistungsstarke 3,0-Liter-sDrive35i. Das Flaggschiff sDrive35is kam 2010 auf den Markt und leistete starke 340 PS.
- Die Vierzylinder-Ära (2012–heute): Um einen breiteren Markt anzusprechen, führte BMW 2,0-Liter-Vierzylindermotoren mit Turbolader ein (sDrive20i und sDrive28i). Diese boten ein effizienteres, tägliches Fahrerlebnis.
- Das Facelift (2013): Eine Auffrischung in der Mitte des Zyklus aktualisierte die Ästhetik mit neuen Scheinwerfern und Farboptionen und führte gleichzeitig das Einstiegsmodell sDrive18i ein.
Welches Modell sollten Sie kaufen?
Die Wahl des richtigen Z4 hängt von Ihrer Priorität ab: Emotion oder Wirtschaftlichkeit.
- Für den Enthusiasten: Die Sechszylindermodelle (sDrive30i und höher) werden dringend empfohlen. Sie sorgen für einen überragenden Motorsound und eine wesentlich mühelosere Beschleunigung.
- Für den Alltagsfahrer: Die Vierzylindermodelle (sDrive20i/28i) bieten viel günstigere Betriebskosten und einen geringeren Kraftstoffverbrauch, ohne große Abstriche beim „Spaßfaktor“ zu machen.
- Ausstattungsvarianten:
- Standard: Ausgestattet mit Zweizonen-Klimaautomatik und Xenon-Scheinwerfern.
- M Sport: Bietet eine steifere Federung, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein Bodykit und Sportsitze. Hinweis: Auf unebenen Straßen kann sich das Fahrverhalten des M Sport recht fest anfühlen.
Praktikabilität und Innenraum
Der Z4 ist ein reiner Zweisitzer, was bedeutet, dass der Innenraum gemütlich und hochwertig wirkt. Auch größere Fahrer empfinden es dank der stützenden Sitzfläche im Allgemeinen als bequem. Das Metalldach stellt jedoch einen erheblichen Nachteil für die Praktikabilität dar:
* Kofferraum (bei geöffnetem Dach): 310 Liter.
* Kofferraum (bei geöffnetem Dach): 180 Liter (kleiner als ein Standard-Fließheck wie ein Kia Picanto).
Der Innenraum bleibt nach modernen Maßstäben „altmodisch“ und verfügt über physische Tasten und analoge Anzeigen anstelle riesiger digitaler Bildschirme. Viele Fahrer empfinden diese Anordnung jedoch als intuitiver und weniger ablenkend bei sportlichen Fahrten.
Checkliste für Käufer: Worauf Sie achten sollten
Wenn Sie einen gebrauchten Z4 inspizieren, achten Sie besonders auf die folgenden Bereiche:
- Der Dachmechanismus: Obwohl er im Allgemeinen zuverlässig ist, prüfen Sie ihn auf Lecks von Hydraulikflüssigkeit. Ein Leck kann den Innenraum verschmutzen und zum Verklemmen des Daches führen.
- Räder und Reifen: Die serienmäßigen Runflat-Reifen können zu einem rauen Fahrgefühl führen. Viele Besitzer wechseln aus Komfortgründen auf Standardreifen. Darüber hinaus neigen die 19-Zoll-Leichtmetallfelgen bei Schlaglöchern zu Rissen.
- Engine Health: On high-mileage cars, check for faulty fuel injectors, which can cause the engine to run unevenly or cut out.
- Häufige Abnutzung: Achten Sie auf eindringendes Wasser in die Rücklichtgruppen und stellen Sie sicher, dass die Seitenfenster bei Bewegung des Daches ordnungsgemäß funktionieren.
Marktalternativen
Wenn der Z4 nicht ganz Ihren Anforderungen entspricht, sollten Sie diese Konkurrenten in Betracht ziehen:
* Porsche Boxster/Cayman: Der Goldstandard für reines, ansprechendes Handling.
* Mercedes-Benz SLK/SLC: Bietet hervorragende Verarbeitungsqualität und eine ruhigere, entspanntere Fahrt.
* Audi TT: Eine hochglanzpolierte Option, die in einzigartiger Weise Allradantrieb bietet.
* Mazda MX-5: Leichter und „wegwerfbarer“, wenn auch weniger anspruchsvoll und hochwertig als der BMW.
Zusammenfassung: Der BMW Z4 Mk2 ist ein kultivierter, gut gebauter Roadster, der sich als Premium-Cruiser auszeichnet. Auch wenn ihm die messerscharfe Agilität eines Porsche fehlt, machen ihn sein kultivierter Innenraum und seine ausgewogene Fahrdynamik zu einer ausgezeichneten Wahl für alle, die einen stilvollen, hochwertigen Wochenendbegleiter suchen.
