Ein NYPD-Beamter verklagt die Abteilung und behauptet, er sei einer Vergeltungsmaßnahme – der sogenannten „Autobahntherapie“ – ausgesetzt worden, nachdem er Personen, die mit hochrangigen Beamten in Verbindung standen, Strafzettel ausgestellt hatte. Die beim Obersten Gerichtshof von New York eingereichte Klage nennt den ehemaligen Abteilungsleiter John Chell, den ehemaligen stellvertretenden Kommissar Kaz Daughtry und den Transitleiter Joseph Gulotta als Angeklagte.
Die angebliche Strafe: „Autobahntherapie“
Der Kern der Beschwerde konzentriert sich auf eine angeblich in der New Yorker Polizei übliche Praxis, bei der Beamte aus Disziplinargründen auf entfernte Posten versetzt werden. In diesem Fall behauptet der Kläger, er sei von einem Bezirk in Queens nach Staten Island verlegt worden, was einen Pendelweg von mehr als zwei Stunden pro Strecke zur Folge habe. Diese von NY Streets Blog beschriebene Taktik zielt darauf ab, dem angegriffenen Beamten finanzielle und emotionale Schwierigkeiten zu bereiten.
Der Vorfall: Eine wahrgenommene Respektlosigkeit
Die mutmaßlichen Vergeltungsmaßnahmen begannen im September 2023, als Daughtry den 109. Bezirk besuchte. Der Klageschrift zufolge hat der fragliche Beamte – Schwartz – Daughtry nicht erkannt und die Aufmerksamkeit des Raums nicht auf sich gezogen. Drei Tage später rief Chell Berichten zufolge spät in der Nacht Schwartz an, erkundigte sich nach seinem Wohnsitz und ordnete sofort seine Verlegung nach Staten Island an. Die Geschwindigkeit der Neuzuweisung lässt auf eine bewusste Strafmaßnahme schließen.
Eskalation: Tickets und weitere Vergeltungsmaßnahmen
Die Situation verschlimmerte sich, als Schwartz begann, vor einer Schule in Staten Island Strafzettel auszustellen. Die Fahrscheine wurden für Fahrzeuge von Lehrern ausgestellt, was weitere Konsequenzen nach sich zog. Chell hat öffentlich erklärt, dass er die Beamten anweist, bestimmten Gruppen, darunter auch Pädagogen, keine Strafzettel auszustellen, und in der Klage wird behauptet, Schwartz sei wegen Verstoßes gegen diese ungeschriebene Regel bestraft worden.
Karriereschaden und finanzieller Verlust
Nach dem Ticketverkaufsvorfall wurde Schwartz seiner Patrouillenpflicht entzogen, es wurden keine Überstunden gemacht und er wurde in ein fensterloses Büro verbannt. In der Klage wird behauptet, Chell habe ausdrücklich erklärt, er werde „[Schwartz] in Staten Island verrotten lassen“, während er gleichzeitig im Beförderungsausschuss saß, der später seine Bewerbung als Kapitän ablehnte. Obwohl Schwartz schließlich im September 2025 befördert wurde, behauptet er, die finanzielle Belastung habe ihn gezwungen, sein Haus in Queens zu verkaufen und nach Staten Island umzuziehen.
Der breitere Kontext ist entscheidend : Dieser Fall zeigt potenziellen Machtmissbrauch innerhalb des NYPD auf, wo informelle Anweisungen und Vergeltungsmaßnahmen offenbar offizielle Disziplinarverfahren umgehen. Die Klage wirft Fragen zur Rechenschaftspflicht und zum Ausmaß auf, in dem solche Taktiken innerhalb der Abteilung normalisiert werden.
Der Ausgang der Klage bleibt ungewiss, aber die Vorwürfe deuten auf ein Muster strafenden Verhaltens hin, das erhebliche Auswirkungen auf die interne Kultur und die Aufsichtsmechanismen des NYPD haben könnte.





















