Die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen (EV) ist in den Vereinigten Staaten stark zurückgegangen, wobei die Zulassungen im Januar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41 % zurückgingen. Der Rückgang unterstreicht die erheblichen Auswirkungen der inzwischen ausgelaufenen Bundessteuergutschrift für Elektrofahrzeuge, die die Verkaufszahlen künstlich in die Höhe getrieben hat.
Marktanteilsverschiebung: Benzinautos erobern Boden zurück
Daten von S&P Global Mobility zeigen, dass im Januar lediglich 59.802 neue Elektrofahrzeuge zugelassen wurden – ein erheblicher Rückgang. Dies entspricht einem Marktanteil von 5,1 % gegenüber 8,3 % im Vorjahr. Unterdessen haben Benzinfahrzeuge stetig an Bedeutung gewonnen und machen nun 76,6 % aller Zulassungen aus, was einer Steigerung um 2,3 Prozentpunkte entspricht. Auch Hybridfahrzeuge verzeichneten einen leichten Anstieg und erreichten einen Marktanteil von 14,7 %.
Tesla bleibt trotz Abschwächung dominant
Mit 32.123 Neuzulassungen im Januar ist Tesla weiterhin führend auf dem US-amerikanischen Elektrofahrzeugmarkt. Allerdings ist auch Tesla nicht immun gegen die allgemeine Abschwächung und verzeichnete im Jahresvergleich einen Umsatzrückgang von 26 %. Trotzdem ist der Marktanteil von Tesla auf 53,7 % gestiegen, da viele andere Marken stärkere Rückgänge verzeichneten.
Große Marken müssen mit erheblichen Rückgängen rechnen
Cadillac sicherte sich mit 3.189 Zulassungen einen entfernten zweiten Platz und war damit eine der wenigen Marken, die ein Wachstum verzeichneten (plus 8,1 % im Jahresvergleich). Allerdings mussten andere Autohersteller gravierendere Rückschläge hinnehmen:
- Hyundai: Zulassungen von Elektrofahrzeugen gingen um 23 % auf 3.027 zurück
- Ford: Die Zulassungen gingen um 67 % auf 2.772 zurück
- Chevrolet: Die Verkäufe gingen um 55 % auf 2.658 zurück
- Toyota: meldete einen Anstieg von 25 %, bleibt aber mit nur 2.529 Zulassungen immer noch hinter der Konkurrenz zurück.
Die „Reset“-Periode läuft
Branchenanalysten gehen davon aus, dass der Rückgang anhalten wird, da sich der Markt an das Fehlen staatlicher Anreize gewöhnt. Karl Brauer von iSeeCars erklärte: „Es wird eine Umstellung auf die neue Realität geben, ohne bundesstaatliche Anreize für Elektrofahrzeuge, die das Zuckerbrot waren, und ohne Strafen für Treibhausgasemissionen, die die Peitsche waren.“ Tom Libby von S&P Global Mobility erwartet eine langsame und längere Phase der Neuanpassung, da der Markt für Elektrofahrzeuge wieder auf ein natürlicheres Nachfrageniveau zurückkehrt.
Der Trend sinkender Elektrofahrzeugzulassungen hält seit dem Auslaufen der Steuergutschrift am 30. September vier Monate in Folge an. Der aktuelle Marktrückgang deutet darauf hin, dass frühere Verkaufszahlen durch künstliche Anreize in die Höhe getrieben wurden, und die Branche bereitet sich nun auf eine längere Anpassungsphase vor.
